eMail an den Webmaster: R.Wittsiepe Zurück |
Marktentwicklung
für Steuerberatung: Stand März 1998 Die Entwicklung seit Mitte 1996 Die wesentlichen Thesen in den bisherigen Aufsätzen in Stichworten:
Betrachtet man im März 1998 das Angebot an Software für Steuererklärungen, so hat sich das Angebot quantitativ und qualitativ deutlich ausgeweitet. Auch die Zahl der Vertriebskanäle hat sich erhöht. So bietet z.B. die Zeitschrift CAPITAL nicht nur eine Software für die Erstellung der Steuererklärung mit 600 Seiten Broschüre an, sondern auch eine Hotline-Beratung, und das für 69,-- DM. In den sog. Multimedialäden, die jetzt in jeder Stadt entstehen, ist mindestens ein komplettes Regal für Steuersoftware reserviert. Man muß aber keinen solchen Multimedialaden betreten, auch die Fachbuchhandlungen stehen hier nicht nach. Ebenfalls zu beobachten ist die von mir erwartete und auch vorhergesagte Ausdehnung auf weitere Kern-Beratungssegmente der Steuerberatung, nämlich die Finanzbuchhaltung. In jeder Fachbuchhandlung findet man in dem entsprechenden Regal teilweise mehr Software als Bücher. Das komplette Marktsegment der klassischen Steuerberatung und Finanzbuchhaltung geht langsam aber sicher verloren, zumindest reicht es nicht mehr aus, diese Leistungen einfach so anzubieten. Die Leistungsfähigkeit der Programme, auch komplexe Beratungsprobleme zu lösen, steigt rapide. Über Internet und durch die Umsetzung des Netzcomputers wird dieser Trend verstärkt anhalten. Die gewerblichen Anbieter unterstützen die Markteinführung durch massive Werbung. Der Berufsstand selbst hat hier noch keine Gegenstrategie entwickelt. Zwar gibt es erste Versuche des Steuerberaterverbandes für Werbemaßnahmen, damit ist die Entwicklung aber nicht mehr aufzuhalten. Insbesondere die Steuerberaterkammern, wenn man auch einige, z.B. die Kammer Nürnberg, hier herausnehmen muß, sind weiterhin untätig. Man darf sich darüber allerdings nicht wundern wenn man weiß, daß die Personen, die im Bereich Marketing und Werbung die Richtung bestimmen, deutlich über 70 Jahre alt sind. Ohne die Verdienste dieser Personen anzweifeln zu wollen darf man hier einfach nichts erwarten. Und genau das kommt ja auch heraus. Weitere Entwicklung: Wenn eine Firma wie Microsoft bestimmte Dinge ankündigt und umsetzt, so ist man gut beraten, sich näher damit zu beschäftigen. Microsoft ist in der Lage, jedes Produkt und jede Strategie im Markt einzuführen. Auf der COMDEX Messe in Las Vegas konnte man sich diese Strategie am Partnerstand ansehen und voraussichtlich wird man auch auf der CeBIT ähnliches sehen können. Das Office-Paket von Microsoft wird als Basis für diverse Anwendungen zur Verfügung gestellt, d.h. die Partnerunternehmen entwickeln Software, die jeder bedienen kann, der Programme aus dem Office-Paket einsetzt (Und wer hat heute keine Programme aus diesem Paket?). Dabei stehen natürlich wieder Anwendungen aus dem Bereich der Fibu, Finanzplanung usw. im Vordergrund. Es ist aber ein deutlicher Unterschied zu den bisherigen Angeboten festzustellen: Die Software, die preisgünstig zu erhalten ist, zeigt eine sehr hohe Leistungsfähigkeit. Die professionellen PC-Programme aus dem Bereich der Fibu nehmen es mit jeder Anwendung (z.B. SAP) auf und sind leicht zu bedienen. Genau das ist die Intention von Bill Gates und er betont dies in fast jedem seiner Beiträge. Als Steuerberater könnte einem nun Angst und Bange werden, wenn nicht Bill Gates selbst die Strategie für die Berater entwickelt hat. Sein "Win-Szenario" sollte man sich deshalb sehr genau ansehen. Die amerikanische Berufskollegen haben diese Stratgie übernommen und sind mit Microsoft eine "Allianz" eingegangen. Meine Prognosen:
Falls Sie zu diesem Thema etwas beitragen wollen, können Sie wie immer Ihre Meinung per email zusenden. Alles (natürlich keine Diffamierungen) wird unzensiert veröffentlicht. gez. R.Wittsiepe
|