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Verfasser:
R.Wittsiepe



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Entwicklungstendenzen im Markt für Steuerberatung

Diskussionsbeitrag von StB Klaus Beyer, Düren

Ihren Aufsatz habe ich mit Interesse zur Kenntnis genommen. Doch glaube ich, daß der ausschließliche Weg der Kritik am Ist-Zustand unserer Berufsorganisation letztendlich nicht den Erfolg herbeiführen wird, den eine zukunftsweisende Umorientierung unserer Tätigkeiten bieten kann. Leider ist es in den letzten Jahren "in Mode" gekommen, in bestimmten strategischen Positionen ungewollte Entwicklungen zu blockieren und auszusitzen - die Reaktionen des Satzungsausschusses auf die Streichungen des BMF sind nur ein Beispiel.

Unser Berufsstand ist - leider - sehr stark dadurch geprägt, daß sich jeder als großer Einzelkämpfer sieht und bei jeder seiner Tätigkeiten argwöhnisch zuerst das Konkurrenzverhalten seiner Mitstreiter betrachtet. Daß bei einer solchen Verhaltensweise kreative Mitbewerber in sich überschneidenden Dienstleistungsfeldern die Nase vorn haben, ist eine natürliche Folge.

Ich denke, hier sollte - neben der kritischen Betrachtung unserer Organe - für den modern orientierten Berater der Ansatzpunkt zu suchen sein. Die Nutzung des Internet bietet dafür das geeignete Medium.

Hierzu einige Gedanken:

a) Interaktiver Erfahrungsaustausch

In anderen Branchen bzw. Länder ist der Online-Chat bereits ein geeignetes Werkzeug, zeitnah und interaktiv Lösungen zu verschiedenen Problemen und Entwicklungen darzustellen und zu diskutieren.

b) Mailing list

Komplexere Sachverhalte lassen sich besser via Mail an einen Kreis von registrierten Teilnehmern darstellen. Der Empfänger hat die Möglichkeit, hier in Ruhe seine Anwort durchzudenken.

c) Diskussionsforen

Die bestehenden Angebote, die auch jedermann zugänglich sind, werden offensichtlich nicht besonders genutzt. Gerade hier wäre aber ein guter Ansatzpunkt für PR unseres Berufsstandes gegeben.

d) Newsgroups

In den Newsgroups " de.etc.finanz", "alt.de.markt.selbstaendig" und "de.soc.recht" tummeln sich verschiedene Laienratgeber, die auf qualifizierte Fragen unseres Beratungsbereiches mehr oder weniger qualifizierte Antworten erteilen, häufig unter Mißachtung der Beratungsgesetze, teilweise mit sehr negativen Äußerungen zu unserer Tätigkeit. Die von mir genutzten amerikanischen Newsgroups werden grundsätzlich von einem CPA verwaltet und kontrolliert, unsachgemäße Beiträge zurückgewiesen und nicht veröffentlicht. Ein ähnlicher Ansatz in den deutschen Groups wäre bestimmt sehr förderlich.

Alle diese Möglichkeiten werden von den bereits im Internet vertretenen Verlagen nicht oder nur unzureichend genutzt. Hier wäre mit Sicherheit ein interessanter Ansatzpunkt für den NWB-Verlag gegeben. Wie ich aus Diskussionen mit verschiedenen anderen Anbietern erfahren habe, werden diese Chancen überhaupt nicht erkannt. Man konzentriert sich zu sehr auf erwartete Absatzmöglichkeiten, die mangels Akzeptanz oft nicht realisiert werden. Viele Anbieter beschränken sich daher oft nur auf ein Minimum ihres Angebots im Net.

Mit frdl. Gruß

Klaus Beyer

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